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Therapiebedingte Schmerzen bei einer Krebserkrankung

Krebstherapien können Schmerzen verursachen. Solche Beschwerden können unmittelbar nach einer Behandlung auftreten, sich erst im Laufe einer länger dauernden Therapie entwickeln oder auch nach dem Ende der Behandlung fortbestehen.

Welche Schmerzen auftreten, hängt unter anderem von der jeweiligen Therapie, den behandelten Körperregionen und der individuellen Situation ab. Wichtig ist, Beschwerden nicht einfach hinzunehmen, sondern sie frühzeitig mit dem behandelnden ärztlichen Team zu besprechen. Nur so lässt sich beurteilen, ob die Schmerzen zum erwartbaren Verlauf einer Behandlung gehören, ob weitere Untersuchungen notwendig sind und welche unterstützenden Maßnahmen infrage kommen.

Die folgenden Abschnitte informieren über Schmerzen im Zusammenhang mit Operationen, Chemotherapien, Bestrahlungen, Antihormontherapien, zielgerichteten Therapien, Immuntherapien und Radionuklidtherapien. Außerdem wird erläutert, welche Möglichkeiten es gibt, wenn Schmerzen nach Abschluss der Krebstherapie längerfristig bestehen bleiben.

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Prof. Dr. med. Bernd Alt-Epping

Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie & Onkologie, Palliativmedizin, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie

Foto von Karin Strube

Karin Strube

Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Strube Stiftung

Inhaltsverzeichnis

  • Schmerzen können während oder nach einer Krebstherapie auftreten.
  • Nach Operationen können Wundschmerzen, Spannungsgefühle und Bewegungsschmerzen entstehen.
  • Chemotherapien können Nervenschmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und schmerzhafte Schleimhautentzündungen verursachen.
  • Bestrahlungen können die Haut und die Schleimhäute reizen.
  • Antihormontherapien können Muskel- und Gelenkschmerzen auslösen.
  • Zielgerichtete Therapien können unter anderem Beschwerden an Händen, Füßen und Schleimhäuten verursachen.
  • Immuntherapien können in seltenen Fällen zu Muskel- und Gelenkbeschwerden führen.
  • Bei einer Radionuklidtherapie können sich Schmerzen vorübergehend verstärken, bevor eine Linderung eintritt.
  • Einige Beschwerden können auch nach dem Ende der Krebstherapie bestehen bleiben.
  • Physiotherapie, Schmerzmedizin, Rehabilitation und weitere unterstützende Maßnahmen können helfen.
  • Schmerzen sollten immer mit dem behandelnden ärztlichen Team besprochen werden.

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Schmerzen nach einer Krebsoperation

Nach einer Operation ist es zunächst normal, dass Schmerzen auftreten. Die Behandlung dieser unmittelbar nach dem Eingriff entstehenden Beschwerden gehört zu den klassischen Aufgaben der anästhesiologischen Schmerzmedizin. Die Patienten werden nach der Operation entsprechend betreut und erhalten eine geeignete Schmerzbehandlung.

Schwieriger wird die Situation, wenn Schmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben oder sich eine operierte Körperregion dauerhaft anders anfühlt als vor dem Eingriff.

Wenn Schmerzen länger anhalten

Nach einer Operation am Bauch kann beispielsweise das Gefühl entstehen, dass sich etwas nicht mehr so anfühlt wie früher. Die Narbe kann spannen, Bewegungen können wehtun oder die betroffene Region kann sich insgesamt ungewohnt anfühlen.

In einer solchen Situation sollte zunächst von chirurgischer Seite überprüft werden, ob alles in Ordnung ist. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob wichtige Funktionen erhalten sind und ob die Beschwerden zum normalen Heilungsverlauf gehören. Manche Veränderungen benötigen Zeit, bis sie sich wieder einspielen.

Ist der Bewegungsapparat betroffen und bleiben Beschwerden bestehen, sollte ebenfalls geklärt werden, wodurch sie verursacht werden. Unter Umständen kann eine physiotherapeutische Behandlung helfen, Beweglichkeit und Funktion wieder zu verbessern.

Wie lange dürfen Schmerzen nach einer Operation dauern?

Wie lange Schmerzen nach einer Operation als normal gelten können, lässt sich nicht allgemein beantworten. Dies hängt stark davon ab

  • wie umfangreich und belastend der Eingriff war,
  • welche Organe oder Strukturen operiert wurden und
  • welche Art von Operation durchgeführt wurde.

Manche Eingriffe verursachen deutlich stärkere und länger anhaltende Schmerzen als andere. Nach einer Bauchoperation sollte zumindest die Wunde nach ungefähr zwei Wochen nicht mehr schmerzen – möglicherweise auch schon deutlich früher. Diese Zeitangabe lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Operationen übertragen.

Deshalb ist eine offene Kommunikation besonders wichtig. Betroffene sollten ihrem ärztlichen Team mitteilen, wenn Schmerzen weiterhin bestehen, stärker werden oder sie beunruhigen. Die behandelnden Ärzte können am besten individuell einschätzen, ob die Beschwerden noch zum erwartbaren Verlauf gehören oder ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Welche Maßnahmen können helfen?

Die Behandlung richtet sich danach, wo die Beschwerden auftreten und wodurch sie verursacht werden. Bei Problemen des Bewegungsapparates können beispielsweise physiotherapeutische Maßnahmen sinnvoll sein. Nach Operationen am Bauch können andere unterstützende Behandlungen notwendig sein.

Nach einer Operation sollte nicht vorschnell ausschließlich auf eine intensive medikamentöse Schmerztherapie gesetzt werden. Zunächst ist es wichtig zu prüfen, ob die normalen Funktionen wiederhergestellt werden können und ob sich die Ursache der Schmerzen gezielt behandeln lässt.

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Schmerzen und Beschwerden durch eine Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann unterschiedliche Arten von Schmerzen verursachen. Zu den bekannten Beschwerden gehören Nervenschädigungen an Händen und Füßen sowie Entzündungen der Schleimhäute.

Polyneuropathie – wenn Nerven geschädigt werden

Einige Chemotherapeutika können die Nerven schädigen weil sich Giftstoffe anlagern. Diese Folge wird als Polyneuropathie bezeichnet.

Die Beschwerden treten häufig an den Körperstellen auf, die weit vom Körperzentrum entfernt liegen – vor allem an den Händen und Füßen. Mögliche Anzeichen sind: 

  • Brennen oder Kribbeln, 
  • Taubheitsgefühle,
  • eine veränderte Wahrnehmung von Berührungen,
  • ein unsicheres Gefühl beim Gehen,
  • das Gefühl, auf Watte zu laufen,
  • Schmerzen bei eigentlich harmlosen Berührungen.

So kann beispielsweise bereits die Berührung durch eine Socke als schmerzhaft empfunden werden. Neben Schmerzen können auch eine verminderte Sensibilität oder umgekehrt eine übermäßige Empfindlichkeit auftreten.

Die geschädigten Nerven funktionieren an den betroffenen Stellen nicht mehr wie gewohnt. Bei vielen Medikamenten ist dieser Prozess zumindest teilweise umkehrbar. Die Beschwerden können sich nach einiger Zeit wieder bessern. Dies gilt jedoch nicht für alle Betroffenen. Bei den meisten Patienten nehmen die Beschwerden zumindest so weit ab, dass wieder eine gute Bewältigung des Alltags möglich ist.

Behandlung von Nervenschmerzen

Gewöhnliche Schmerzmittel helfen bei Nervenschmerzen nicht immer ausreichend. Deshalb können sogenannte Co-Analgetika eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Medikamente, die ursprünglich nicht als Schmerzmittel entwickelt wurden, aber bestimmte Arten von Schmerzen lindern können.

Bei einer Polyneuropathie können beispielsweise Medikamente verwendet werden, die auch aus der psychiatrischen Behandlung bekannt sind. Ihr Einsatz bedeutet nicht, dass die betroffene Person psychisch oder psychiatrisch erkrankt ist. Diese Medikamente können bei brennenden Nervenschmerzen eine schmerzlindernde oder schmerzdistanzierende Wirkung haben und werden deshalb auch in der Schmerzmedizin eingesetzt.

Entzündete Schleimhäute im Mund

Eine weitere mögliche Folge bestimmter Chemotherapien ist eine Entzündung der Schleimhäute. Eine solche Schleimhautentzündung wird als Mukositis bezeichnet.

Besonders belastend kann eine Mukositis im Mund sein. Sie kann so schmerzhaft werden, dass Schlucken, Essen und Trinken stark erschwert sind. Welche Beschwerden auftreten und wie ausgeprägt sie sind, hängt unter anderem von den eingesetzten Medikamenten ab.

Die Schleimhäute heilen in der Regel schneller als geschädigte Nerven. Dennoch muss die Zeit bis zur Abheilung mit wirksamen unterstützenden Maßnahmen überbrückt werden.

Muss die Chemotherapie verändert werden?

Ob eine Chemotherapie wegen einer Mukositis angepasst oder unterbrochen werden muss, hängt von der jeweiligen Behandlungssituation ab.

Ist eine Chemotherapie besonders wirksam und für den weiteren Krankheitsverlauf sehr wichtig, kann es notwendig sein, die Behandlung trotz der Nebenwirkungen fortzuführen. In diesem Fall wird versucht, die Beschwerden so gut wie möglich zu lindern.

Bei bestimmten hämatologischen Erkrankungen, beispielsweise Leukämien, kann die Chemotherapie bereits vollständig gegeben worden sein, bevor die Mukositis auftritt. Dies kann unter anderem im Vorfeld einer Stammzelltransplantation vorkommen. In einer solchen Situation stellt sich die Frage nach einer Fortsetzung der verursachenden Behandlung nicht mehr. Entscheidend ist dann, die entstandenen Beschwerden bestmöglich zu behandeln und die Situation für die Betroffenen erträglich zu machen.

Maßnahmen bei einer Mukositis

Bei einer schmerzhaften Entzündung der Mundschleimhaut spielen pflegerische Maßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu gehören eine intensive Mundpflege und Mundspülungen mit lindernden, pflegenden oder schmerzstillenden Wirkungen.

Außerdem muss darauf geachtet werden, zusätzliche Infektionen zu verhindern. Eine Pilzinfektion im Mund, ein sogenannter Mundsoor, könnte die Beschwerden weiter verstärken.

Reichen pflegerische Maßnahmen nicht aus, kann eine gezielte medikamentöse Schmerztherapie notwendig werden. Können Betroffene wegen der Schmerzen nicht ausreichend trinken oder essen, müssen Flüssigkeit und Nährstoffe gegebenenfalls auf einem anderen Weg zugeführt werden, beispielsweise über eine Vene.

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Schmerzen durch eine Strahlentherapie

Auch eine Strahlentherapie kann Nebenwirkungen verursachen, die mit Schmerzen verbunden sind. Besonders häufig betroffen sind Haut und Schleimhäute in der bestrahlten Körperregion.

Gleichzeitig kann eine Strahlentherapie selbst sehr wirksam zur Linderung von tumorbedingten Schmerzen eingesetzt werden. Sie ist außerdem häufig ein wichtiger Bestandteil der eigentlichen Krebsbehandlung. Deshalb wird in der Regel versucht, auftretende Nebenwirkungen gut zu behandeln, anstatt vorschnell auf die Bestrahlung zu verzichten.

Beschwerden an der Haut

Durch eine Bestrahlung kann die Haut gereizt und geschädigt werden. Die Beschwerden können sich ähnlich wie ein Sonnenbrand anfühlen. Die Haut kann brennen und schmerzhaft sein.

Zur Linderung können äußerlich anzuwendende Mittel auf die Haut aufgetragen werden. Zusätzlich kann bei Bedarf eine Schmerztherapie eingesetzt werden. Häufig besteht die begründete Hoffnung, dass die Beschwerden nach Abschluss der Bestrahlung wieder abklingen.

Beschwerden an den Schleimhäuten

Werden Schleimhäute bestrahlt, können sie sich entzünden und geschädigt werden. Auch hier wird von einer Mukositis gesprochen. Je nach bestrahlter Region können dadurch beispielsweise das Schlucken, Essen oder Trinken schmerzhaft werden.

Die Behandlung einer Schleimhautschädigung kann aufwendig sein. Wichtig sind unterstützende pflegerische Maßnahmen, eine sorgfältige Mundpflege und geeignete Mundspülungen. Auch der Schutz vor zusätzlichen Infektionen spielt eine Rolle. Ziel ist es, die Heilung der Schleimhäute zu unterstützen.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, darf zusätzlich eine medikamentöse Schmerztherapie eingesetzt werden. Die Behandlungssituation stellt für die Betroffenen eine erhebliche Ausnahmesituation dar. Deshalb sollte alles Notwendige getan werden, um sie möglichst erträglich zu gestalten.

Vernarbungen nach einer Bestrahlung

Eine Strahlentherapie kann außerdem zu Vernarbungen führen. Solche Veränderungen können ebenfalls Schmerzen verursachen. Auch in diesem Fall sollte ärztlich geprüft werden, wodurch die Beschwerden entstehen und welche unterstützenden Maßnahmen geeignet sind.

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Schmerzen durch eine Antihormontherapie

Einige Tumorerkrankungen sind von Hormonen abhängig. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Formen von Brustkrebs und Prostatakrebs.

Eine mögliche Behandlungsstrategie besteht darin, die Wirkung der Hormone im Körper zu verringern, zu blockieren oder ihnen entgegenzuwirken. Die dafür eingesetzten antihormonellen Medikamente können ebenfalls Nebenwirkungen verursachen.

Im Vergleich zu manchen anderen Medikamenten in der Onkologie sind diese Nebenwirkungen häufig eher mild. Sie können den Alltag dennoch deutlich beeinträchtigen.

Muskel- und Gelenkschmerzen

Zu den möglichen Beschwerden einer Antihormontherapie gehören:

  • muskelkaterartige Schmerzen 
  • Gelenkschmerzen.

Betroffene sollten diese Beschwerden mit ihrer behandelnden Onkologin oder ihrem behandelnden Onkologen besprechen. Gemeinsam kann überlegt werden, wie die Therapie weitergeführt werden kann.

Bei sehr starken Beschwerden kommt möglicherweise ein Wechsel des Präparats infrage. Auch eine Verringerung der Dosis kann grundsätzlich erwogen werden, wird jedoch eher ungern vorgenommen. Zusätzlich können lindernde Maßnahmen eingesetzt werden, um die Behandlung besser verträglich zu machen.

Insgesamt werden die durch eine Antihormontherapie verursachten Schmerzen im Vergleich zu anderen onkologischen Nebenwirkungen als eher mild und meist gut behandelbar eingeschätzt.

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Schmerzen durch zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapien haben in der modernen Krebsmedizin einen hohen Stellenwert. Zu diesen Behandlungen gehören auch sogenannte Tyrosinkinase-Inhibitoren, kurz TKI.

Diese Medikamente haben die Behandlungsmöglichkeiten bei verschiedenen Krebserkrankungen erheblich erweitert. Sie werden häufig in Tablettenform eingenommen. Obwohl eine Tablette zunächst harmlos wirken kann, können auch zielgerichtete Medikamente Nebenwirkungen verursachen.

Es gehört zu den Aufgaben des onkologischen Behandlungsteams, auf solche Nebenwirkungen zu achten und sie möglichst gut zu kontrollieren.

Mögliche schmerzhafte Nebenwirkungen

Schmerzen gehören eher zu den selteneren Nebenwirkungen zielgerichteter Therapien.

Möglich sind unter anderem: 

  • Hand-Fuß-Syndrom (Schmerzen an den Handinnenflächen und Fußsohlen)
  • schmerzhafte Entzündungen der Schleimhäute.

Eine Entzündung der Schleimhäute wird auch bei diesen Behandlungen als Mukositis bezeichnet.

Das Auftreten solcher Beschwerden sollte nicht automatisch dazu führen, dass die Medikamente sofort abgesetzt werden. Betroffene sollten die Symptome mit ihrer behandelnden Onkologin oder ihrem behandelnden Onkologen besprechen.

Je nach Situation können Anpassungen der Behandlung erwogen oder unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden. Ziel ist es, die Beschwerden so zu kontrollieren, dass die wichtige Krebstherapie nach Möglichkeit weitergeführt werden kann.

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Schmerzen durch eine Immuntherapie

Immuntherapien und sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren können bei verschiedenen Krebserkrankungen sehr wirksam sein. Ihre Aufgabe besteht darin, das Immunsystem wieder stärker gegen den Tumor zu aktivieren.

Durch diese Aktivierung kann das Immunsystem Tumorzellen erkennen und bekämpfen. Bei einem Teil der Patienten funktioniert dies sehr gut. Die Aktivierung des Immunsystems kann jedoch auch unerwünschte Reaktionen im Körper auslösen.

Auswirkungen des aktivierten Immunsystems

Mögliche Nebenwirkungen betreffen unter anderem:

  • die Schleimhäute,
  • den Darm,
  • die Leber,
  • die Lunge und
  • den Bewegungsapparat.

So kann es beispielsweise zu Durchfällen oder autoimmunen Reaktionen an Leber oder Lunge kommen. Gelegentlich sind auch Muskeln und Gelenke betroffen. Betroffene können dann rheumaähnliche Beschwerden entwickeln und über Schmerzen an Gelenken oder Muskeln berichten.

Solche schmerzhaften Beschwerden gehören eher zu den seltenen Nebenwirkungen der Immuntherapie. Grundsätzlich sind Immuntherapien besonders in den ersten Tagen nach der Anwendung häufig gut verträglich. Schwierigkeiten können sich teilweise erst nach einigen Wochen entwickeln.

Schmerzen stehen bei den möglichen Nebenwirkungen nicht unbedingt im Vordergrund. Dennoch sollten Betroffene wissen, dass Beschwerden im Zusammenhang mit einer Immuntherapie auftreten können.

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Schmerzen bei einer Radionuklidtherapie

Bei einer Radionuklidtherapie wird eine radioaktive Substanz über die Vene in den Körper gegeben. Diese Substanz gelangt anschließend gezielt zum Tumor beziehungsweise zu den Metastasen und entfaltet dort ihre Wirkung.

Die Radionuklidtherapie kann in bestimmten Erkrankungssituationen sehr wirksam sein und wird beispielsweise bei Patienten mit Prostatakrebs eingesetzt. Gerade bei Knochenmetastasen und den dadurch verursachten Knochenschmerzen kann die Behandlung langfristig sogar zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen.

Warum können die Schmerzen zunächst stärker werden?

Obwohl die Radionuklidtherapie grundsätzlich Schmerzen lindern kann, können sich die Beschwerden unmittelbar nach der Behandlung zunächst vorübergehend verstärken.

Wenn die radioaktive Substanz in den betroffenen Knochen gelangt und dort ihre Wirkung entfaltet, kann es zunächst zu einer Schwellungs- und Entzündungsreaktion kommen. Dadurch können vorhandene Knochenschmerzen für eine gewisse Zeit stärker werden.

Diese Schmerzverstärkung ist in der Regel vorübergehend und kann gut behandelt werden. Insgesamt ist die Radionuklidtherapie daher eine Behandlung, die gerade bei Schmerzen durch Knochenmetastasen auch zur Schmerzlinderung eingesetzt werden kann.

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Wenn Schmerzen nach dem Ende der Krebstherapie bleiben

Viele Patienten sind erleichtert, wenn ihre Krebstherapie abgeschlossen ist. Umso belastender kann es sein, wenn Beschwerden und Schmerzen trotzdem fortbestehen.

Solche länger anhaltenden oder chronischen Schmerzen können beispielsweise nach einer Chemotherapie auftreten. Ein bekanntes Beispiel sind polyneuropathische Beschwerden an den Fingern und Füßen. Die Nervenschädigungen können nicht nur Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle verursachen, sondern auch zu schmerzhaften Einschränkungen der Bewegung führen. Dadurch kann der Alltag deutlich beeinträchtigt werden.

Welche Fachbereiche können helfen?

Nach Abschluss der Krebsbehandlung werden Betroffene in der Regel in der onkologischen Nachsorge und durch ihre hausärztliche Praxis betreut.

Sind die Schmerzen stärker ausgeprägt und beeinträchtigen sie den Alltag, können zusätzlich Angebote der anästhesiologischen Schmerzmedizin genutzt werden. In schwereren Fällen kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein.

Multimodal bedeutet, dass verschiedene Behandlungsansätze miteinander verbunden werden. Dazu können gehören: 

  • Physiotherapie, 
  • schmerzedukative Maßnahmen, 
  • psychotherapeutische Ansätze und
  • ergänzend eine medikamentöse Schmerztherapie.

Bei schmerzedukativen Maßnahmen lernen Betroffene unter anderem, wie sie mit den Schmerzen umgehen und ihr Verhalten an die Beschwerden anpassen können.

Bei langfristig bestehenden Schmerzen tritt die medikamentöse Behandlung häufig in den Hintergrund. Medikamente können weiterhin eingesetzt werden, bilden aber eher eine Ergänzung zu den anderen Behandlungsbausteinen.

Kann eine Polyneuropathie wieder verschwinden?

Bei den meisten Patienten bessern sich die Beschwerden nach einiger Zeit auch ohne größere Maßnahmen. Dies ist zunächst eine gute Nachricht.

Allerdings verschwinden die Beschwerden nicht bei allen Betroffenen vollständig. Das Behandlungsziel besteht deshalb vor allem darin, die Symptome so weit zu lindern, dass sie nicht mehr stark wahrgenommen werden und der Alltag wieder bewältigt werden kann.

Für die meisten Krebsüberlebenden lässt sich diese Alltagsfähigkeit wieder erreichen. Wie viel Unterstützung dafür notwendig ist, unterscheidet sich von Person zu Person.

Die Bedeutung der onkologischen Rehabilitation

Nach einer komplexen und belastenden Krebsbehandlung kann eine onkologische Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn Patienten nicht nur durch die Erkrankung, sondern auch durch die Therapie stark beeinträchtigt wurden.

In der onkologischen Rehabilitation geht es unter anderem darum, die körperliche, berufliche und soziale Alltagsfähigkeit wiederherzustellen.

Die Einleitung einer solchen Rehabilitationsmaßnahme ist Aufgabe des onkologischen Behandlungsteams. Betroffene sollten ihre fortbestehenden Beschwerden deshalb in der Nachsorge ausdrücklich ansprechen.

Wo finden Betroffene geeignete Unterstützung?

Grundsätzlich sollte es nicht allein die Aufgabe der Patienten sein, geeignete Fachpersonen und Einrichtungen zu finden. Das behandelnde Team sollte bei der Vermittlung geeigneter Hilfsangebote unterstützen.

Wer einen niedergelassenen Schmerztherapeuten oder eine klinische Einrichtung für Schmerzmedizin benötigt, sollte die behandelnden Ärzte einbeziehen. Dazu gehören insbesondere die Onkologie und die hausärztliche Praxis.

Schmerzen sollten immer angesprochen werden

Therapiebedingte Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Einige Beschwerden sind vorübergehend und klingen nach Abschluss der Behandlung wieder ab. Andere können länger anhalten und benötigen eine gezielte, möglicherweise fachübergreifende Behandlung.

Betroffene sollten Schmerzen nicht verschweigen und nicht davon ausgehen, dass sie sie einfach aushalten müssen. Wichtig ist eine möglichst genaue Beschreibung:

  • Wo treten die Schmerzen auf?
  • Wie fühlen sie sich an?
  • Seit wann bestehen sie?
  • Werden sie stärker oder schwächer?
  • Welche Tätigkeiten im Alltag sind dadurch beeinträchtigt?

Auf dieser Grundlage kann das Behandlungsteam beurteilen, welche Untersuchungen und Maßnahmen notwendig sind. Das Ziel besteht darin, die Beschwerden zu lindern, wichtige Krebstherapien möglichst fortzuführen und den Alltag für die Betroffenen wieder besser bewältigbar zu machen.