Banner Sarkome verstehen

Weichteilsarkome Subtypen

Frau Dr. Ahrens, Onkologin am Universitätsklinikum in Frankfurt erklärt verständlich die unterschiedlichen Subtypen der Weichteilsarkome: Liposarkom, Leiomyosarkom und undifferenziertes pleomorphes Sarkom.

Dr. med. Marit Ahrens

Leitung der Ambulanz Hämatologie & Onkologie am Universitätsklinikum Frankfurt

Karin Strube

Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Strube Stiftung

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Liposarkom

Ein Liposarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen des Fettgewebes entsteht. Liposarkome können sehr unterschiedlich verlaufen: Manche Formen wachsen eher langsam und bilden selten Metastasen, andere sind aggressiver.

Typischerweise treten Liposarkome an den Extremitäten, besonders an den Beinen, oder in der Bauchhöhle auf. Betroffen sind vor allem Erwachsene im mittleren und höheren Lebensalter; bei Kindern kommen Liposarkome selten vor.

An Armen oder Beinen zeigt sich ein Liposarkom häufig zunächst als schmerzlose Schwellung, die mit der Zeit größer wird. Dieses Wachstum kann innerhalb weniger Wochen, aber auch über mehrere Monate hinweg auffallen. Liegt der Tumor in der Bauchhöhle, bemerken Betroffene oft keine sichtbare Schwellung, sondern eher eine langsam zunehmende Vergrößerung des Bauchumfangs.

Bei Liposarkomen ist der genaue Subtyp besonders wichtig. Hochdifferenzierte Liposarkome sind meist weniger aggressiv und metastasieren selten. Sie sprechen in der Regel nicht besonders gut auf Chemotherapie an. Dedifferenzierte Liposarkome sind aggressiver und können ein Risiko für Metastasen haben; bei ihnen kann eine Chemotherapie eine Rolle spielen. Eine Bestrahlung kann bei Liposarkomen ebenfalls Teil der Behandlung sein, da diese Tumoren grundsätzlich als strahlensensibel gelten.

Leiomyosarkom

Ein Leiomyosarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus glattmuskulären Zellen entsteht. Diese Tumoren können aggressiv verlaufen.

Leiomyosarkome können an unterschiedlichen Stellen im Körper auftreten. Eine Form ist das Leiomyosarkom der Gebärmutter, das nur Frauen betrifft. Andere Leiomyosarkome entstehen zum Beispiel an den Beinen, seltener an den Armen oder in der Bauchhöhle.

Auch Leiomyosarkome betreffen vor allem Menschen im mittleren und höheren Lebensalter. Bei jungen Erwachsenen sind sie deutlich seltener.

Wie gut eine Chemotherapie wirkt, hängt vom jeweiligen Subtyp und der Aggressivität des Tumors ab. Einige Leiomyosarkome sprechen eher schlecht auf Chemotherapie an, andere – insbesondere aggressivere Formen – können chemotherapiesensibel sein. Auch eine Bestrahlung kann Teil der Behandlung sein, da Leiomyosarkome als strahlensensibel gelten.

Undifferenziertes pleomorphes Sarkom (UPS)

Das undifferenzierte pleomorphe Sarkom, kurz UPS, ist ein bösartiges hochaggressives Weichteilsarkom.

UPS treten überwiegend an den Extremitäten, also an Armen oder Beinen, sowie in der Bauchhöhle auf.

Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. Die Erkrankung tritt vor allem im mittleren und höheren Lebensalter auf, etwa ab 50 Jahren.

Typisch ist eine Schwellung, die zunächst schmerzlos sein kann, aber in relativ kurzer Zeit größer wird. Im weiteren Verlauf können auch Schmerzen entstehen. Gerade bei UPS kommt es nicht selten vor, dass der Tumor anfangs für einen Bluterguss gehalten wird, zum Beispiel nach einem vermeintlichen Stoß oder kleinen Unfall.

UPS sind häufig strahlensensibel, sodass eine Bestrahlung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein kann. Auch eine Chemotherapie kann bei diesem Subtyp infrage kommen, da UPS häufig auf eine solche Behandlung ansprechen können.

Gemeinsame Take-home-Messages

Eine Schwellung, die ohne klare Erklärung entsteht, nicht wieder verschwindet oder sogar größer wird, sollte ärztlich abgeklärt werden – besonders, wenn kein passender Unfall oder kein nachvollziehbares Trauma vorausgegangen ist.

Auch eine zunächst schmerzlose Schwellung kann ernst zu nehmen sein. Schmerzen treten bei Weichteilsarkomen oft erst später auf.

Wenn der Verdacht auf ein Sarkom besteht, ist die Vorstellung in einem Sarkomzentrum wichtig. Dort arbeiten Ärztinnen und Ärzte, die viel Erfahrung mit diesen seltenen Tumorerkrankungen haben und die nächsten diagnostischen und therapeutischen Schritte gezielt planen können.