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Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Weichgewebesarkomen

Eine Chemotherapie kann bei Weichgewebesarkomen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein. Viele Patienten machen sich jedoch große Sorgen vor möglichen Nebenwirkungen. Diese Ängste sind verständlich. Gleichzeitig ist wichtig zu wissen: Nebenwirkungen können auftreten, müssen aber nicht bei jedem Menschen in gleicher Weise vorkommen. Frau Dr. Ahrens, Oberärztin der Onkologie am Universitätsklinikum Frankfurt und Expertin für Sarkome, klärt über die Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Weichgewebesarkomen auf.

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Dr. med. Marit Ahrens

Leitung der Ambulanz Hämatologie & Onkologie am Universitätsklinikum Frankfurt

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Karin Strube

Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Strube Stiftung

Inhaltsverzeichnis

Nebenwirkungen sind individuell unterschiedlich: Nicht jede Chemotherapie verursacht dieselben Beschwerden, und nicht alle Patientinnen und Patienten sind gleich betroffen.

Magen-Darm-Beschwerden können auftreten: Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Gegen Übelkeit gibt es heute wirksame vorbeugende und behandelnde Medikamente. 

  • Wichtig: Bei starkem Erbrechen oder wenn Trinken kaum möglich ist, sollte das Behandlungsteam informiert werden.

Die Blutwerte können sich verändern: Eine Chemotherapie kann vorübergehend das Knochenmark beeinflussen. Dadurch können weiße Blutkörperchen, roter Blutfarbstoff oder Blutplättchen abfallen.

  • Mögliche Folgen: Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Schwäche, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder schneller blaue Flecken.

Fieber sollte immer ernst genommen werden: Besonders bei geschwächtem Immunsystem kann ein Infekt gefährlicher werden.

  • Bereits ab etwa 38 Grad Celsius sollte das Behandlungsteam kontaktiert werden.

Nervenschäden können vorkommen: Manche Medikamente können eine sogenannte Polyneuropathie auslösen. Sie zeigt sich zum Beispiel durch Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle an Händen und Füßen.

  • Bei bestimmten Therapien können Kühlpads oder Kühlhandschuhe vorbeugend eingesetzt werden.

Fruchtbarkeit und Kinderwunsch sollten früh besprochen werden: Besonders bei jüngeren Patientinnen und Patienten ist es wichtig, vor Beginn der Therapie über mögliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit zu sprechen. 

  • Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel eine Beratung im Fertilitätszentrum oder das Einfrieren von Spermien.

Akute Nebenwirkungen und Langzeitfolgen müssen unterschieden werden: Manche Beschwerden treten während der Therapie auf, andere können länger bestehen bleiben oder erst später relevant werden.

  • Eine gute Nachsorge hilft, mögliche Spätfolgen im Blick zu behalten.

Ein geschwächtes Immunsystem erfordert zeitweise Vorsicht: In bestimmten Phasen kann es sinnvoll sein, große Menschenmengen, Konzerte, Feiern oder öffentliche Schwimmbäder vorübergehend zu meiden.

  • Haustiere müssen in der Regel nicht abgegeben werden; wichtig ist ein vernünftiger hygienischer Umgang.

Schleimhäute können gereizt sein: Besonders die Mundschleimhaut kann sich entzünden oder empfindlich werden.

  • Mundspüllösungen, eine weiche Zahnbürste und Maßnahmen gegen Mundtrockenheit können helfen.

Fatigue ist eine häufige Belastung: Viele Betroffene erleben während oder nach der Therapie eine starke Erschöpfung.

  • Bewegung, frische Luft, ein geregelter Tagesrhythmus und ausreichend Erholung können unterstützend wirken.

Langzeitfolgen brauchen Aufmerksamkeit

  • Spezielle Langzeitnachsorge-Sprechstunden können helfen, individuelle Risiken zu beobachten.

Unterstützende Angebote können sinnvoll sein: Physiotherapie, Lymphdrainage, Sporttherapie, Ernährungstherapie oder psychotherapeutische Begleitung können während und nach der Behandlung helfen.

Seelische Belastungen sollten nicht unterschätzt werden: Auch Ängste, Sorgen und die Belastung von Angehörigen können eine wichtige Rolle spielen.

  • Kinder sollten altersgerecht einbezogen und unterstützt werden.

Die wichtigste Botschaft: Beschwerden sollten früh angesprochen werden. Viele Nebenwirkungen lassen sich heute vorbeugen, lindern oder gezielt behandeln.

Nicht jede Chemotherapie verursacht dieselben Beschwerden. Welche Nebenwirkungen möglich sind, hängt unter anderem davon ab, welche Medikamente eingesetzt werden, in welcher Dosierung sie gegeben werden und in welcher gesundheitlichen Situation sich der Patient befindet. Deshalb ist das persönliche Gespräch mit dem Behandlungsteam besonders wichtig.

Heute gibt es außerdem viele Möglichkeiten, Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen, ihnen vorzubeugen oder sie gezielt zu behandeln. Viele Beschwerden lassen sich dadurch deutlich besser kontrollieren als früher.

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Nicht jede Nebenwirkung tritt bei jedem Menschen auf

Bei Nebenwirkungen muss man unterscheiden: Manche treten häufig auf, andere eher selten. Manche sind mild und gut behandelbar, andere können schwerwiegender sein und müssen rasch ärztlich abgeklärt werden.

Deshalb ist es wichtig, dass Patienten alle Beschwerden ansprechen – auch dann, wenn sie unsicher sind, ob diese wirklich mit der Chemotherapie zusammenhängen. Das Behandlungsteam kann dann einschätzen, ob es sich um eine erwartbare Nebenwirkung handelt, ob eine Behandlung nötig ist oder ob besondere Vorsicht geboten ist.

Häufige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich

Zu den typischen Nebenwirkungen einer klassischen Chemotherapie gehören Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Dazu zählen zum Beispiel Durchfall, Verstopfung, Übelkeit oder auch Erbrechen. Gerade vor Übelkeit und Erbrechen haben viele Patienten große Angst.

Heute werden jedoch oft schon vorbeugend Medikamente gegen Übelkeit gegeben, wenn bekannt ist, dass eine bestimmte Chemotherapie ein erhöhtes Risiko dafür hat. Dafür gibt es klare Empfehlungen, welche Begleitmedikamente bei welcher Chemotherapie sinnvoll sind.

Manche Menschen merken dadurch kaum etwas von der Übelkeit. Andere haben trotz vorbeugender Medikamente Beschwerden. Dann kann das Behandlungsteam die unterstützende Therapie anpassen und zusätzliche Medikamente einsetzen.

Wichtig ist: Patienten bekommen in der Regel auch Medikamente für zu Hause mit – zusammen mit einem Plan, wann welches Mittel genommen werden soll. Wenn die Übelkeit trotzdem nicht ausreichend kontrolliert ist oder wenn mehrfaches Erbrechen auftritt, sollte das Behandlungsteam informiert werden.

Warum ausreichendes Trinken so wichtig ist

Wenn Übelkeit und Erbrechen dazu führen, dass jemand kaum trinken kann, kann das problematisch werden. Ein paar Tage wenig zu essen ist medizinisch meist weniger kritisch. Wenn jemand aber zwei oder drei Tage nicht ausreichend trinken kann, kann das ernste Folgen haben.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit die Nieren gut arbeiten können. Wenn die Nieren nicht ausreichend „gespült“ werden, können Nebenwirkungen der Chemotherapie unter Umständen stärker werden. Deshalb gilt: Wenn Trinken nicht mehr gut möglich ist, sollte man sich unbedingt beim Behandlungsteam melden.

Übelkeit sollte früh gut behandelt werden

Übelkeit ist nicht nur körperlich belastend. Sie kann sich auch psychologisch festsetzen. Manche Menschen entwickeln mit der Zeit eine starke Erwartungshaltung: Schon der Gedanke an die nächste Behandlung oder der Anblick einer Klinik kann dann Übelkeit auslösen.

Deshalb ist es wichtig, Übelkeit möglichst von Anfang an gut zu kontrollieren. Ziel ist, dass sich solche belastenden Verknüpfungen gar nicht erst entwickeln.

Auswirkungen auf Blutbild und Knochenmark

Eine Chemotherapie kann auf das Knochenmark einwirken. Im Knochenmark werden wichtige Blutzellen gebildet. Dazu gehören weiße Blutkörperchen für das Immunsystem, rote Blutkörperchen mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin und Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind.

Nach einer Chemotherapie kann es mit einigen Tagen Verzögerung zu Veränderungen im Blutbild kommen. Diese Veränderungen werden durch Blutuntersuchungen kontrolliert. Nicht jede Veränderung im Blutbild macht Beschwerden. Manchmal ist es nur ein Laborwert, der beobachtet wird. Wenn die Werte stärker abfallen, kann das aber Folgen haben.

Erhöhte Infektanfälligkeit

Wenn die weißen Blutkörperchen stark abfallen, kann das Immunsystem vorübergehend geschwächt sein. In dieser Phase können Patienten anfälliger für Infekte sein. Wenn dann Fieber oder Zeichen einer Infektion auftreten, muss das ernst genommen werden.

Ein geschwächtes Immunsystem kann sich gegen bestimmte Erreger schlechter wehren. Deshalb kann in solchen Situationen eine rasche medizinische Kontrolle nötig sein. Manchmal reicht eine Blutkontrolle und gegebenenfalls eine Behandlung mit Antibiotika. In anderen Fällen kann auch eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig werden, damit der Patient ausreichend geschützt und behandelt wird.

Fieber unter Chemotherapie: lieber einmal zu viel melden

Fieber während einer Chemotherapie ist ein wichtiges Warnzeichen. Bereits ab etwa 38 Grad Celsius sollte das Behandlungsteam kontaktiert werden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass eine lebensbedrohliche Situation vorliegt. Aber es muss geklärt werden, ob gerade ein sogenanntes Zelltief besteht, also ob die Abwehrzellen stark vermindert sind. Außerdem wird geprüft, ob es Hinweise auf eine Entzündung oder Infektion gibt und ob eine Behandlung notwendig ist.

Der Grundsatz lautet: Lieber einmal zu viel melden als einmal zu wenig. Denn ein Infekt bei geschwächtem Immunsystem kann sich im ungünstigen Fall schwer entwickeln.

Müdigkeit und Blutarmut

Wenn die roten Blutkörperchen oder der rote Blutfarbstoff Hämoglobin abfallen, kann sich das durch Müdigkeit, Schwäche oder Abgeschlagenheit bemerkbar machen. Manche Menschen fühlen sich dann deutlich weniger belastbar.

Wenn die Blutarmut sehr ausgeprägt ist, kann auch über eine Bluttransfusion gesprochen werden. Ob das nötig ist, hängt von den Blutwerten und den Beschwerden der Patienten ab.

Blutplättchen und Blutungsneigung

Auch die Blutplättchen können durch eine Chemotherapie vorübergehend abfallen. Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung.

Wenn sie zu niedrig sind, kann es leichter zu kleineren Blutungen kommen. Typische Beispiele sind Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder schneller entstehende blaue Flecken nach leichten Stößen. Schwere Blutungen sind eher selten. In Einzelfällen kann aber auch hier eine Transfusion notwendig werden, um die Werte wieder anzuheben.

Nervenschäden: Polyneuropathie

Einige Chemotherapien können die feinen Nerven schädigen. Diese Nebenwirkung wird Polyneuropathie genannt. Betroffen sind häufig zuerst die Hände und Füße.

Typische Beschwerden sind Kribbeln, Brennen, Schmerzen, Taubheitsgefühle oder ein verändertes Gefühl an Fingern und Zehen. Anfangs treten diese Beschwerden manchmal nur zeitweise auf. Mit zunehmender Therapiedauer können sie aber stärker oder dauerhafter werden.

Die Polyneuropathie ist besonders wichtig, weil sie nicht immer nach Ende der Chemotherapie verschwindet. Oft bleibt sie länger bestehen. Deshalb sollte sie früh angesprochen werden. Gemeinsam mit dem Behandlungsteam muss dann abgewogen werden, ob die Beschwerden noch tolerierbar sind oder ob die Therapie angepasst werden sollte.

Kühlung von Händen und Füßen

Bei bestimmten Medikamenten kann eine Kühlung von Händen und Füßen eingesetzt werden, zum Beispiel mit Kühlpads oder Kühlhandschuhen. Das ist nicht bei jeder Chemotherapie notwendig, weil nicht alle Medikamente ein relevantes Risiko für Polyneuropathien haben.

Wenn aber bekannt ist, dass ein bestimmtes Medikament solche Nervenschäden verursachen kann, kann Kühlung angeboten werden. Sie soll dazu beitragen, dass Beschwerden seltener auftreten oder weniger stark werden.

Bei sehr langer oder dauerhafter Fortführung einer Therapie kann es trotzdem sein, dass Beschwerden im Verlauf zum Thema werden. Kühlung kann das Risiko senken, aber nicht immer vollständig verhindern.

Fruchtbarkeit und Kinderwunsch

Gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten ist die Frage der Fruchtbarkeit sehr wichtig. Nicht jede Chemotherapie beeinträchtigt die Fruchtbarkeit in gleichem Maße. Manche Medikamente haben darauf wenig Einfluss, andere können die Fruchtbarkeit stärker beeinträchtigen.

Deshalb sollte das Thema vor Beginn der Behandlung angesprochen werden. Für Frauen kann eine Beratung in einem Fertilitätszentrum sinnvoll sein. Dort werden Möglichkeiten besprochen, die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Männer können in einer andrologischen Sprechstunde beraten werden. Dort besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Spermien vor Beginn der Behandlung einzufrieren. Das nennt man Kryokonservierung. So kann ein späterer Kinderwunsch unter Umständen auch dann erfüllt werden, wenn die Fruchtbarkeit nach der Therapie eingeschränkt ist.

Akute Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Nebenwirkungen können während der laufenden Therapie auftreten. Das sind akute Nebenwirkungen. Manche Beschwerden können aber auch nach Abschluss der Behandlung länger bestehen bleiben oder erst später relevant werden. Dann spricht man von Langzeitfolgen.

Akute Nebenwirkungen stehen für Patienten oft zunächst im Vordergrund, weil sie direkt spürbar sind. Trotzdem sind auch mögliche Langzeitfolgen wichtig – besonders dann, wenn die Behandlung mit dem Ziel der Heilung durchgeführt wird. Dann geht es auch darum, wie es den Betroffenen in den kommenden Jahren geht.

Vorbeugende und begleitende Medikamente

Bei vielen Chemotherapien werden Begleitmedikamente eingesetzt. Manche werden vorbeugend gegeben, weil man weiß, dass ein bestimmtes Risiko besteht. Andere werden eingesetzt, wenn Beschwerden auftreten.

Diese Begleitmedikamente können als Infusion oder als Tabletten gegeben werden. Sie sollen Patienten schützen, Beschwerden verhindern oder Nebenwirkungen abmildern. Ein Beispiel ist die vorbeugende Behandlung gegen Übelkeit.

Ein anderes Beispiel sind Medikamente, die bei bestimmten Chemotherapien helfen können, die Bildung bestimmter Blutzellen anzuregen. Dadurch sollen die Werte nicht so tief abfallen oder sich schneller wieder erholen.

Was tun bei geschwächtem Immunsystem?

Bei manchen Chemotherapien lässt sich ein vorübergehend geschwächtes Immunsystem nicht vollständig vermeiden. Es gibt aber Möglichkeiten, damit umzugehen.

In bestimmten Fällen können Medikamente eingesetzt werden, die die Zellbildung unterstützen. Wenn jemand über längere Zeit sehr niedrige Abwehrwerte hat, kann in Einzelfällen auch über vorbeugende Antibiotika nachgedacht werden. Das ist bei Sarkombehandlungen jedoch eher selten notwendig.

Zusätzlich können Patienten praktische Hinweise bekommen. In bestimmten Tagen nach der Chemotherapie kann es sinnvoll sein, große Menschenmengen oder sehr volle Veranstaltungen zu meiden – zum Beispiel Konzerte, Feiern oder öffentliche Schwimmbäder. Das gilt meist nur für einen begrenzten Zeitraum, oft wenige Tage, in denen die Abwehrwerte besonders niedrig sein können.

Gleichzeitig ist wichtig: Patienten sollen ihren Alltag so weit wie möglich leben können. Es geht nicht darum, sich dauerhaft zurückzuziehen, sondern um eine vernünftige Vorsicht in besonders empfindlichen Phasen.

Haustiere während der Chemotherapie

Viele Patienten fragen sich, ob sie während der Chemotherapie mit Haustieren vorsichtig sein müssen. Es wird ein pragmatischer Umgang empfohlen.

Ein Hund muss nicht abgegeben werden. Im Gegenteil: Ein Haustier kann auch seelisch guttun und dazu beitragen, dass Menschen nach draußen gehen und sich bewegen. Ein normaler Umgang ist meist möglich. Man sollte aber auf einfache Hygieneregeln achten, zum Beispiel nicht mit dem Hund vom selben Teller essen und vermeiden, dass der Hund einem durchs Gesicht leckt.

Bei Katzen kann es sinnvoll sein, dass während empfindlicher Phasen eine andere Person das Katzenklo reinigt. Dort können verschiedene Keime vorkommen. Auch hier gilt: Das Tier muss nicht abgeschafft werden, aber ein vernünftiger hygienischer Umgang ist sinnvoll.

Umgang mit Kindern und Infekten in der Familie

Auch Kinder gehören zum Familienleben. Wenn ein Kind eine leichte Erkältung hat, stellt sich oft die Frage, ob körperliche Nähe vermieden werden muss. Hier muss man abwägen. Es geht nicht darum, Eltern zu verbieten, ihr Kind in den Arm zu nehmen.

Wenn allerdings ein stärkerer Infekt im Haushalt besteht, zum Beispiel ein Noro-Virus, sollten Hygienemaßnahmen besonders beachtet werden. Wenn möglich, kann sich vorübergehend eine andere Person stärker um erkrankte Angehörige kümmern.

Wichtig ist ein realistischer Umgang: Bei den hier besprochenen Sarkomtherapien geht es nicht um Chemotherapien, die in der Regel extrem schwere Immundefekte verursachen. Trotzdem sollte man in empfindlichen Phasen aufmerksam sein.

Mundschleimhaut und Schleimhäute

Eine Chemotherapie kann auch die Schleimhäute beeinträchtigen. Besonders die Mundschleimhaut kann gereizt oder entzündet sein. Auch Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich können betroffen sein.

Zur Vorbeugung oder Behandlung können Mundspüllösungen eingesetzt werden. Je nach Risiko der jeweiligen Therapie kann das Behandlungsteam konkrete Mittel empfehlen oder verordnen. Bei weniger intensiven Beschwerden können auch einfache Mundspüllösungen aus der Drogerie ausreichen. Wenn aber ein höheres Risiko für Schleimhautentzündungen besteht, werden gezielte Empfehlungen gegeben.

Wenn die Mundschleimhaut entzündet ist, kann normales Zähneputzen unangenehm werden. Dann kann eine besonders weiche Zahnbürste helfen. Bei stärkeren Beschwerden kann vorübergehend mit Gurgellösungen gearbeitet werden.

Auch Mundtrockenheit sollte vermieden werden. Speichelfluss kann zum Beispiel durch Bonbons oder Kaugummi angeregt werden. Auch bestimmte Tees, etwa mit Salbei, können unterstützend eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass Patienten bei Beschwerden Rücksprache mit dem Behandlungsteam halten.

Fatigue: starke Erschöpfung während und nach der Therapie

Viele Patienten erleben während einer Chemotherapie eine starke Erschöpfung. Häufig wird dafür der Begriff Fatigue verwendet. Diese Erschöpfung ist mehr als normale Müdigkeit. Sie kann den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Fatigue ist ein schwieriges Thema, weil es kein Wundermittel dagegen gibt. Dennoch gibt es Maßnahmen, die helfen können. Dazu gehört, möglichst aktiv zu bleiben, soweit es die eigene Situation zulässt. Bewegung, frische Luft und leichte sportliche Aktivität können unterstützend wirken. Es geht nicht um Hochleistungssport. Schon regelmäßige, angepasste Bewegung kann sinnvoll sein. Auch Yoga oder ähnliche Bewegungsformen können für manche Betroffene hilfreich sein.

Wichtig sind außerdem ein möglichst geregelter Tag-Nacht-Rhythmus und ausreichend Erholung. Substanzen, die den Schlaf verschlechtern können, wie Koffein oder Alkohol, sollten zumindest reduziert werden, wenn sie Probleme machen.

Langzeitfolgen nach Chemotherapie

Langzeitfolgen hängen stark davon ab, welche Erkrankung vorliegt, welche Medikamente eingesetzt wurden und in welcher Lebensphase die Behandlung stattgefunden hat. Deshalb sind sie nicht bei allen Patienten gleich.

Mögliche Langzeitfolgen können verschiedene Organe betreffen, unter anderem Herz und Gefäße, die Lunge, die Fruchtbarkeit und auch das Risiko für Zweittumoren. Auch eine Fatigue oder eine Polyneuropathie können länger bestehen bleiben. Deshalb rückt die Langzeitnachsorge immer stärker in den Fokus.

Spezielle Langzeitnachsorge für Krebsüberlebende

Einige Zentren bieten spezielle Langzeitnachsorge-Sprechstunden für Krebsüberlebende an. Das betrifft insbesondere Patienten, die nach Abschluss der Behandlung über mehrere Jahre tumorfrei geblieben sind.

In solchen Sprechstunden wird nicht nur geschaut, ob der Tumor zurückkommt. Es geht auch darum, mögliche Spätfolgen der Behandlung im Blick zu behalten. Fachleute können einschätzen, welche Risiken individuell bestehen und welche Untersuchungen in den kommenden Jahren sinnvoll sind. So sollen Betroffene nach der aktiven Tumornachsorge nicht einfach aus dem Blick geraten.

Was Betroffene langfristig selbst tun können

Viele Patienten möchten wissen, was sie selbst beitragen können, um sich nach der Behandlung zu erholen und Langzeitfolgen besser zu bewältigen.

Empfohlen werden eine möglichst ausgewogene Ernährung, Bewegung und der Versuch, körperlich im Rahmen des Möglichen aktiv zu bleiben. Besonders wichtig ist, während der Therapie möglichst nicht zu viel Muskelmasse und Gewicht zu verlieren. Denn wenn jemand über lange Zeit stark abbaut, ist es später oft schwerer und langwieriger, wieder Kraft aufzubauen.

Unterstützung kann aus verschiedenen Bereichen kommen: Ernährungsteam, Sportmedizin, Physiotherapie, Psychotherapie oder auch Patientenorganisationen. Wichtig ist, Angebote zu finden, die zur eigenen Situation passen und realistisch umsetzbar sind.

Behandlungsmöglichkeiten bei Polyneuropathie

Wenn eine Polyneuropathie einmal entstanden ist, ist die Behandlung oft schwierig. Sie entsteht durch eine Schädigung der Nervenendigungen durch die Chemotherapie. Das unterscheidet sie von Nervenschäden, die zum Beispiel durch Vitaminmangel oder schlecht eingestellten Blutzucker entstehen können.

Wenn die Polyneuropathie vor allem Schmerzen verursacht, können spezielle Medikamente gegen Nervenschmerzen eingesetzt werden. Außerdem gibt es in Rehakliniken, in der Physiotherapie und Ergotherapie verschiedene Ansätze, um die Sensibilität und Funktion zu fördern.

Bei Kältegefühl an Händen oder Füßen kann es helfen, diese besonders gut warmzuhalten, vor allem im Winter. Auch hier gibt es aber kein einfaches Mittel, das bei allen zuverlässig hilft.

Wenn während der laufenden Chemotherapie Anzeichen einer Polyneuropathie auftreten, sollte das früh angesprochen werden. Dann kann überlegt werden, ob an der Chemotherapie etwas verändert werden muss.

Physiotherapie, Lymphdrainage und Sportprogramme

Unterstützende Therapien können während und nach der Krebsbehandlung wichtig sein. Dazu gehören Physiotherapie, Lymphdrainage und sporttherapeutische Angebote.

Physiotherapie kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Bewegungseinschränkungen bestehen. Bei Sarkomen an Armen oder Beinen kann das zum Beispiel nach einer Operation oder im Zusammenhang mit der Behandlung der Fall sein. Auch Lymphdrainage kann bei bestimmten Beschwerden verordnet werden.

Sportmedizinische Programme können helfen, wieder Kraft aufzubauen und sicher in Bewegung zu kommen. Dabei wird berücksichtigt, ob es Einschränkungen gibt oder ob bestimmte Übungen vermieden werden sollten.

Seelische Belastung nicht unterschätzen

Eine Krebserkrankung belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Viele Betroffene haben Sorgen, dass die Erkrankung zurückkommen könnte. Auch nach Abschluss der Behandlung kann diese Angst weiter bestehen.

Psychotherapeutische Unterstützung kann deshalb während der Therapie und auch danach wichtig sein. Manchmal kann die Klinik erste Anlaufstelle sein. Oft geht es dann auch darum, wohnortnah weitere Unterstützung zu finden.

Nicht nur Patienten selbst sind betroffen. Auch Angehörige können stark belastet sein. Sie erleben die Erkrankung anders, aber sie sind ebenfalls Teil der Situation und dürfen Unterstützung in Anspruch nehmen.

Kinder brauchen altersgerechte Erklärungen

Wenn Eltern an Krebs erkranken, stellt sich oft die Frage, wie man mit Kindern darüber spricht. Kinder spüren die Veränderung in der Familie. Deshalb ist es wichtig, sie altersgerecht einzubeziehen.

Mit einem zweijährigen Kind spricht man anders als mit einem dreizehnjährigen Kind. Aber auch kleine Kinder brauchen eine Erklärung, die sie verstehen können. Es gibt spezielle Beratungsangebote für Familien, die dabei helfen können.

Auch Kinder von Betroffenen brauchen ein Auffangnetz. Ebenso gibt es Unterstützungsangebote für Kinder, die selbst erkrankt sind.

Wichtigste Botschaft: Beschwerden früh ansprechen

Nebenwirkungen einer Chemotherapie können sehr unterschiedlich sein. Manche sind mild, andere müssen rasch kontrolliert werden. Entscheidend ist, dass Patienten Beschwerden nicht für sich behalten.

Das Behandlungsteam kann nur helfen, wenn es von den Problemen erfährt. Viele Nebenwirkungen lassen sich heute gut vorbeugen, kontrollieren oder behandeln. Und bei Warnzeichen wie Fieber gilt: lieber einmal zu früh melden als einmal zu spät.