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Lokal begrenzter, operabler GIST

In diesem Text geht es um gastrointestinale Stromatumoren (GIST) in einer Situation, in der die Diagnose bereits gestellt ist und der Tumor als lokal begrenzt und operabel eingestuft wurde. Im Mittelpunkt steht deshalb die Operation – gleichzeitig wird deutlich, dass es vor und nach der Operation weitere wichtige Maßnahmen geben kann. Diese werden von Herrn Prof. Dr. Hohenberger, Unikinik Mannheim, erklärt.

Prof. Dr. Peter Hohenberger

Sektion Spezielle chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie im Sarkomzentrum Mannheim

Foto von Karin Strube Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Strube Stiftung

Karin Strube

Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Strube Stiftung

Inhaltsverzeichnis

Was heißt „operabel“? 

  • Operabel = Tumor kann komplett entfernt werden.
  • Ziel bei bösartigen Tumoren: R0-Resektion (mit Sicherheitsabstand „im Gesunden“).

Vor der OP: Neoadjuvant 

  • Neoadjuvant = unterstützende Behandlung vor der OP, um den Tumor zu verkleinern/abtöten.
  • OP bleibt meist nötig, weil unklar ist, ob noch vitale Tumorzellen vorhanden sind.
  • Vorteil: oft organerhaltender operieren möglich.

OP-Planung & Methode 

  • Entscheidend: Lage, Größe, Erfahrung des Operateurs.
  • Minimalinvasiv häufig möglich (z. B. Magen/Dünndarm), Mastdarm ist oft deutlich anspruchsvoller.

Wer soll operieren?

  • Standard: Sarkomzentrum.
  • Kleine, günstig gelegene Magen-GIST ggf. auch bei erfahrenen Viszeralchirurgen. 
  • Wichtig: Diagnose vor OP kennen (ab ca. 3 cm meist Biopsie).
  • Nachfragen sinnvoll: „Haben Sie Erfahrung mit GIST?“
  • Meist kein Notfall -> Zeit für Beratung/Zweitmeinung.

Krankenhaus & Wunde

  • Nach minimalinvasiver OP oft schnelle Entlassung (z. B. 2–3 Tage).
  • Größere Kombi-OPs können längere Überwachung brauchen. 
  • Wunden zuhause kontrollieren lassen; Duschen mit Pflaster meist möglich.
  • Schweres Heben vermeiden, Bauchdecke mind. 1 Monat schonen.

Rückfallrisiko & Befund

  • Risiko hängt ab von Tumorgröße, Lokalisation, Mitoserate.
  • Mitoserate = Anzahl der Zellteilungen, steht im Pathologiebefund.
  • Magen meist weniger aggressiv, Dünndarm häufiger aggressiver, Mastdarm eher „sehr niedrig“ oder „sehr hoch“.

Nach der OP: Medikamente & Nachsorge

  • Bei hohem Risiko: adjuvantes Imatinib senkt Rezidive und verbessert Langzeitverlauf (Standard 3 Jahre, teils länger individuell).
  • Nachsorge per Bildgebung: Möglichkeit eher länger nachzusorgen und am Anfang nicht unnötig engmaschig (individuell anpassen).

Wenn ein Rezidiv gefunden wird

  • Lokal begrenzt: ggf. wieder operieren.
  • Mehrere Herde (v. a. Bauchhöhle): eher medikamentöse Therapie.
  • Lebermetastasen: ggf. lokale Verfahren zur Zerstörung möglich (Technik je nach Lage/Größe/Erfahrung).

Grundbotschaft

  • Ein Rezidiv ist kein Todesurteil; viele Betroffene können mit Therapie lange gut leben.

Was bedeutet „operabel“ bei einem GIST?

„Operabel“ bedeutet im Zusammenhang mit einem Tumor nicht nur, dass man „irgendwie operieren kann“, sondern dass der Tumor vollständig entfernt werden kann.

Bei bösartigen Erkrankungen ist dabei entscheidend, dass der Tumor mit Sicherheitsabstand entfernt wird. Ziel ist, dass der Pathologe nach der Operation bestätigen kann, dass der Tumor rundum im gesunden Gewebe entfernt wurde. Das wird als R0-Resektion bezeichnet.

Grundsätzlich hängt „Operabilität“ immer von der konkreten Situation ab. In besonderen Fällen (z. B. bei einem stark blutenden Tumor) kann es sein, dass zunächst etwas anderes im Vordergrund steht – zum Beispiel eine Blutung zu stoppen. Beim lokal begrenzten, operablen GIST geht es jedoch um das Ziel, den Tumor im Gesunden mit Sicherheitsabstand entfernen zu können.

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Mehr Informationen

Vor der Operation: Was bedeutet „neoadjuvante“ Therapie?

Vor der Operation kann eine zusätzliche Behandlung sinnvoll sein. Diese Vorbehandlung wird neoadjuvant genannt.

  • Adjuvant bedeutet: eine „Hilfsmaßnahme“ zur Operation.
  • Neoadjuvant bedeutet: diese Hilfe wird vor der Operation eingesetzt.

Das Ziel einer neoadjuvanten Therapie ist, den Tumor zu beeinflussen, zum Beispiel:

  • ihn zu verkleinern, 
  • Tumorzellen abzutöten oder zu „zerstören“,
  • und dadurch eine Operation zu ermöglichen, die schonender ist.

Warum wird trotz deutlicher Verkleinerung meist trotzdem operiert?

Auch wenn ein Tumor unter Vorbehandlung deutlich kleiner wird, bleibt die Operation in der Regel notwendig. Das hat vor allem zwei Gründe: 

  1. Organerhalt statt großer Operation: Bei großen oder ungünstig gelegenen Tumoren könnte es sonst sein, dass sehr große Teile eines Organs entfernt werden müssten (z. B. beim Magen). Wenn der Tumor durch Vorbehandlung von etwa 11 cm auf 6,5 cm schrumpft, kann das eine organerhaltende Operation ermöglichen. 
  2. Unsicherheit, ob noch vitale Tumorzellen vorhanden sind: Von außen lässt sich nicht sicher sagen, ob im Resttumor noch lebende (vitale) Tumorzellen vorhanden sind. Selbst wenn ein Tumor stark geschrumpft ist, kann der Pathologe nach Entfernung feststellen:
    – manchmal: keine vitalen Zellen mehr,
    – manchmal aber: noch z. B. 15 % vitale Tumorzellen, die später wieder hätten nachwachsen können.

Darum bedeutet neoadjuvant oft: verkleinern/abtöten – und anschließend den verbleibenden Resttumor entfernen.

Planung der Operation: Lage, Größe und Vorgehen

Für die OP-Planung sind vor allem drei Fragen zentral:

  • Wo liegt der Tumor (Magen, Dünndarm, Mastdarm)?
  • Wie groß ist er?
  • Wer operiert (Erfahrung, geeignete Einrichtung)?

Minimalinvasive Operation: Wann ist das möglich?

Minimalinvasiv bedeutet hier vor allem laparoskopisch (Operation über kleine Schnitte).

  • Magen-GIST: Kleine Tumoren (z. B. ca. 2 cm), die mitten im Magen liegen, sind häufig laparoskopisch gut zu operieren, solange die Lage unproblematisch ist.
  • Dünndarm-GIST: Auch größere Tumoren (z. B. 5–7 cm) können oft minimalinvasiv operiert werden, weil meist ein Dünndarmsegment mit Sicherheitsabstand entfernt und der Dünndarm wieder zusammengenäht werden kann.
  • Mastdarm-GIST: Das ist deutlich komplexer. Hier ist die Planung besonders wichtig, weil die Operation anders ist als beim Mastdarmkrebs:
    – Beim Mastdarmkrebs werden Lymphknoten entfernt – das ist bei GIST nicht das Ziel.
    – Bei GIST ist es wichtig, den Bereich funktionell sauber zu rekonstruieren, zum Beispiel die Mastdarmampulle (Speicherbereich vor der Entleerung).

Wer sollte operieren? Erfahrung und Zentrum

Da GIST selten ist, stellt sich für viele Betroffene die Frage, wie man einen geeigneten Operateur findet.

Sarkomzentrum als Standard

„Standardantwort“: Sarkomzentrum – dort gibt es in der Regel Personen, die GIST operieren können.

Aber: Viele GIST werden zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Endoskopie im Rahmen anderer Abklärungen. Solche Tumoren liegen häufig zunächst in der Betreuung der Gastroenterologie. Solche kleineren Tumoren an unkritischer Stelle (nicht am Mageneingang und nicht am Magenausgang) können unter Umständen auch von erfahrenen Bauch- und Viszeralchirurgen adäquat (auch minimalinvasiv) entfernt werden.

Wichtige Voraussetzung: Diagnose vor der Operation

Vor einer Operation sollte die Diagnose bekannt sein. Bei kleinen Tumoren in der Magenwand kann eine Biopsie manchmal schwierig sein, ab etwa 3 cm sollte der Tumor jedoch biopsiert werden.

Nachfragen ist ausdrücklich sinnvoll

Betroffene sollten konkret fragen, ob Erfahrung mit GIST besteht. Grobes Kriterium: Über die Zeit ungefähr zehn GIST-Operationen durchgeführt zu haben, um „das Handling“ zu kennen. GIST können „weich“ und „zerfließlich“ sein – man sollte wissen, was man operiert.

Tumorchirurgie ist im Allgemeinen keine Notfallchirurgie. Selbst wenn ein GIST etwas blutet, ist er meist schon seit Monaten vorhanden. Das bedeutet: Es bleibt meist Zeit, sich beraten zu lassen und eine Entscheidung in Ruhe zu treffen.

Wenn Nachbarorgane betroffen sind: Wann muss mehr mit entfernt werden?

Bei der Operation kann es vorkommen, dass nicht nur der Tumor selbst, sondern auch angrenzendes Gewebe oder Organteile mit entfernt werden müssen – zum Beispiel:

  • ein Segment vom Dickdarm, 
  • ein Stück Dünndarm, das am Tumor „dranhängt“.

Entscheidend ist, im Gesunden zu operieren. Zur Veranschaulichung wird ein Bild genutzt: Man entfernt nicht nur „die Bombe“, sondern nimmt das „Erdreich außen herum“ mit, um sicher zu sein. Übertragen heißt das: Es wird so viel Gewebe mit entfernt, wie nötig ist, um den Tumor sicher zu entfernen.

Mitentscheiden: Rolle der Patienten

Patienten sollen und müssen mitentscheiden, weil sie die Folgen tragen – auch falls Komplikationen oder Spätfolgen auftreten. Wichtig ist daher: 

  • Fragen stellen,
  • Antworten verstehen, 
  • und erst dann einwilligen, wenn die wesentlichen Punkte ausreichend geklärt sind.

Krankenhausaufenthalt: Wie lange bleibt man in der Klinik?

Nach einer minimalinvasiven Operation sind Betroffene heute oft sehr schnell wieder zu Hause, sobald sie: 

  • schmerzarm oder schmerzfrei sind,
  • laufen können,
  • und insgesamt stabil sind.

Als Beispiel wird genannt: Bei einem laparoskopisch operierten Magen-GIST können es 2 bis 3 Tage Klinikaufenthalt sein. Häufig liegt zu diesem Zeitpunkt die endgültige Histologie noch nicht vollständig vor. Bei umfangreicheren Eingriffen hängt die Aufenthaltsdauer davon ab, was zusätzlich entfernt wurde.

  • Magen + Dickdarm: eher unproblematisch
  • Magen + Bauchspeicheldrüse: potenziell problematischer, daher ggf. 5–8 Tage zur Sicherheit

Zur Vorbehandlung mit Imatinib wird gesagt: Sie spielt für Wundheilungsstörungen keine relevante Rolle. Das wird im Vergleich zur Situation nach klassischer Chemotherapie oder Bestrahlung deutlich anders beschrieben.

Wundversorgung zu Hause: Worauf achten?

Komplikationen sind im beschriebenen Spektrum eher selten, aber grundsätzlich möglich. Wichtig ist:

  • Wunden kontrollieren lassen (z. B. Hausarzt, Wundsprechstunde), 
  • Pflaster wechseln lassen, 
  • und die Wunden anschauen lassen

Wie sehen die Schnitte aus?

Bei minimalinvasiven Eingriffen gibt es mehrere kleine Schnitte (im Jargon „Briefmarken“) – zusätzlich aber fast immer einen etwas größeren Schnitt, weil der Tumor ja aus dem Bauch heraus muss:

  • Der Tumor wird in einen reißfesten Bergebeutel in der Bauchhöhle eingebracht.
  • Dann wird die Bauchdecke nur so weit erweitert, dass man ihn herausziehen kann.
  • Je nach Tumorgröße kann dieser Schnitt etwa 5–6 cm lang sein. Bei nicht minimalinvasiver OP kann der Zugang etwa 10–12 cm betragen, meist mit Klammern oder resorbierbarer Naht.

Entlassungsbrief und Kontrollen

Im Entlassungsbrief sollen Informationen stehen zu: 

  • Medikamenten,
  • nächster Nachschau, 
  • Wundkontrolle.

Das ist dann üblicherweise in der weiteren Betreuung Aufgabe des Hausarztes.

Duschen und Alltag

  • Duschen ist möglich, wenn Pflaster getragen werden – viele Pflaster sind wasserdicht.
  • Schweres Heben wird nicht empfohlen. Alles, was die Bauchdecke stark anstrengt, sollte vermieden werden. Als grobe Orientierung wird genannt: Bauchdecke mindestens einen Monat schonen, bei größerem Bauchschnitt ggf. auch länger.

Nach der Operation: Wie wird das Rückfallrisiko eingeschätzt?

Um das Risiko eines Rückfalls (Rezidivs) zu beurteilen, werden mehrere Faktoren genannt: 

  • Tumorgröße
  • Lokalisation
  • Mitoserate

Was ist die Mitoserate?

Die Mitoserate beschreibt die Menge der Zellteilungen im Tumor. Je mehr Tumorzellen sich teilen, desto aggressiver ist der Tumorpotenziell. Der Pathologe zählt die Mitosen und misst sie auf eine definierte Fläche. Dieser Wert muss im Pathologiebefund stehen – oft dauert es einige Tage, bis diese Information vorliegt.

Warum ist die Lokalisation wichtig?

Die Aggressivität wird je nach Lage unterschiedlich beschrieben:

  • Magen: im Allgemeinen am wenigsten aggressiv 
  • Dünndarm: deutlich häufiger aggressiver als im Magen
  • Mastdarm: entweder sehr niedriges Risiko oder sehr hohes Risiko

Aus diesen Faktoren ergibt sich eine Risikoeinstufung:

  • ganz niedriges Risiko: in der Regel keine zusätzliche Therapie
  • niedriges Risiko: in der Regel keine zusätzliche Therapie
  • intermediäres Risiko: es werden keine klaren Daten genannt, die einen Überlebensvorteil durch zusätzliche Therapie belegen
  • hohes Risiko: es wird ein eindeutiger Vorteil einer zusätzlichen medikamentösen Therapie beschrieben (Rezidivrate sinkt, Langzeitüberleben besser)

Adjuvante Therapie: Imatinib nach der Operation

Wenn das Risiko hoch ist, kann nach der Operation eine adjuvante medikamentöse Therapie (z.B Imatinib) empfohlen werden. Der Wirkansatz wird so erklärt: 

  • Tumorzellen haben einen genetischen Defekt (Mutation), der sie zur Zellteilung antreibt („Treibermutation“). 
  • Imatinib kann die Auswirkungen dieser Veränderungen in den Tumorzellen ausschalten, also gewissermaßen „abschalten“.

Als zugelassene Dauer für Hochrisikopatienten wird eine Therapie über drei Jahre genannt, weil es dafür Studiendaten gibt.

Gleichzeitig wird beschrieben:

  • Auch nach drei Jahren kann es noch Rezidive geben, wenn das Medikament abgesetzt wird.
  • Es laufen Untersuchungen zu längeren Zeiträumen (z. B. fünf Jahre).
  • In der Praxis nehmen manche Patienten Imatinib deutlich länger, wenn sie es gut vertragen und das individuelle Risiko als besonders hoch eingeschätzt wird.

Als Gründe für ein „exzeptionell hohes Risiko“ werden beispielhaft genannt:

  • sehr große Tumoren,
  • hohe Mitoseraten (z. B. „vierzig Mitosen“ als genannte Größenordnung),
  • oder eine Tumorruptur (ein „Zerreißen“ des Tumors), die in diesem Zusammenhang als besonders kritisch eingeordnet wird.

Die Entscheidung über die Dauer wird als individuelle Entscheidung zwischen einem GIST-erfahrenen Arzt und der betroffenen Person beschrieben – unter anderem abhängig davon, wie gut Imatinib vertragen wird.

Wenn ein Rezidiv auftritt: Was dann?

Ein Rezidiv kann unterschiedlich bewertet werden, je nachdem wann und unter welchen Umständen es entsteht.

  • Wenn ein Rezidiv nach dem Absetzen kommt, kann die Wiederaufnahme der Imatinib-Therapie im Allgemeinen gut wirken.
  • Wenn ein Rezidiv unter laufender adjuvanter Therapie entsteht, wird als mögliche Ursache eine Zweitmutation beschrieben – das wäre eine andere Situation.
  • Wenn ein Rezidiv lokal begrenzt ist (z. B. im Operationsgebiet), kann erneut über eine Operation nachgedacht werden, je nach Größe und Operabilität.

Nachsorge: Bildgebung und sinnvolle Intervalle

Als Möglichkeit wird eine standardisierte Tumornachsorge mit regelmäßiger Bildgebung genannt, zum Beispiel:

  • alle drei Monate CT oder andere Bildgebung.

Gleichzeitig wird betont: 

  • Direkt nach der OP ist das Risiko zunächst am geringsten.
  • Sehr häufige Kontrollen ganz am Anfang können unnötige Kosten verursachen, wenn keine besondere Hochrisikosituation vorliegt.
  • Als sinnvoller wird beschrieben, die Intervalle am Anfang eher etwas zu verlängern (z. B. mindestens vier Monate, eventuell sechs Monate) und dafür länger als fünf Jahre nachzusorgen, weil das Rezidivrisiko über die Zeit nicht einfach „verschwindet“.

Die Nachsorge kann individuell angepasst werden – bei sehr kleinen, niedrig riskanten Befunden würde nicht dieselbe Intensität angesetzt werden wie bei Hochrisikokonstellationen.

Selbstbeobachtung: Welche Zeichen können auffallen?

Selbstuntersuchung wird als eine Möglichkeit genannt, wobei klare Grenzen bestehen: Viele Metastasen verursachen lange keine Schmerzen.

Genannt werden mögliche Hinweise: 

  • neu auftretende Symptome, die vorher nicht da waren
  • ein auffällig aufgeblähter Bauch oder das Gefühl, „dicker“ zu werden ohne mehr zu essen (als mögliches Zeichen einer Aussaat in der Bauchhöhle)

Metastasen in der Leber können lange schmerzlos bleiben, solange sie nicht sehr groß sind. Deshalb wird die Bildgebung, besonders mit Kontrastmittel, als entscheidend beschrieben.

Wenn Metastasen entdeckt werden: Mögliche Vorgehensweisen

Was gemacht wird, hängt davon ab, was genau gefunden wird: 

  • lokales Rezidiv im OP-Gebiet: eher operatives Vorgehen
  • mehrere Herde in der Bauchhöhle: eher Beginn einer medikamentösen Therapie 
  • Lebermetastasen: Möglichkeit, diese thermisch zu zerstören

Bei Lebermetastasen werden verschiedene Verfahren beschrieben, bei denen unter Bildkontrolle ein Instrument in die Leber geführt wird, um das Gewebe zu erhitzen und zu zerstören. Entscheidend ist dabei, in dem Bereich um die Metastase Temperaturen zu erreichen, bei denen Gewebe zerstört wird.

Welche Technik gewählt wird, hängt stark ab von: 

  • Lage,
  • Größe,
  • Erfahrung der Behandelnden.

Lebensqualität und der Begriff „Heilung“

Ein Rezidiv ist kein Todesurteil und es gibt viele Betroffene, die unter Therapie eine sehr gute Lebensqualität haben und ihr Leben aktiv gestalten können (Arbeit, Sport, Reisen). Es gibt auch Patienten, die deutlich über 80 Jahre alt sind und über viele Jahre Imatinib einnehmen.

Gleichzeitig wird der Begriff „Heilung“ kritisch gesehen: Nicht jede Erkrankung lässt sich im strengen Sinne „heilen“, aber viele lassen sich langfristig so behandeln, dass die Auswirkungen kontrolliert werden – ähnlich wie bei anderen chronischen Erkrankungen, bei denen dauerhaft Medikamente eingenommen werden.